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Unser Stil: Kishaba Juku


Zunächst: Das in Europa praktizierte Karate stammt fast ausschließlich aus Japan und ist neueren Datums. Nach Japan ist Karate erst in den 1920er Jahren gekommen, wo es mehr oder weniger starke Veränderungen erfahren hat. Unser Stil hat jedoch eine andere Tradition. Das Kishaba Juku hat sich aus dem Matsubayashi-Ryu entwickelt, einem der vergleichsweise „großen“ Karatestile innerhalb der Shorin-Ryu Stilfamilie aus Okinawa.

Technik
Verband
Kata

Technische Aspekte des Kishaba Juku im Okinawa Köln

Ziel des Kishaba Jukus ist es, extrem starke und schnelle Schlagtechniken durch eine sehr genaue, komplexe Körperkontrolle zu erzeugen. Die Körpermechanik des Kishaba Jukus beruht auf einer Reihe von miteinander verbundenen Prinzipien. Zum einen muss das Körperzentrum (welches auch beim westlichen "Core-Training" zentral ist) präzise gesteuert werden. Vom Zentrum aus, hierzu zählt der auf Japanisch Koshi genannte Hüftbereich sowie Teile des unteren Rumpfs, wird Energie auf die Arme und am Ende auf die treffenden Hände übertragen. Von der Physik her wird hier u. a. der Peitscheneffekt ausgenutzt, der dazu führt, dass der Schlag den Gegner explosionsartig erreicht. Ein weiteres wichtiges Prinzip im Kishaba Juku ist die Lockerheit sowohl in den Armen als auch im Hüftbereich, damit unnötige Muskelanspannungen Techniken nicht verlangsamen. Durch die Lockerheit werden unser Techniken nicht nur stark sondern auch verblüffend schnell. So werden auch Kettentechniken möglich, bei der rapide aufeinanderfolgenden Techniken ausgeführt werden, die für das Auge schwer zu erkennen sind. Diese Prinzipien werden wird mit dem Grundsatz maximaler Geradlinigkeit sämtlicher Techniken gekoppelt, so dass Durchschlagskraft, Geschwindigkeit und Präzision unmittelbar für die Selbstverteidigung genutzt werden können Gleiches gilt für die Art sich fortzubewegen, die im Kishaba Juku sowohl von der Biomechanik als auch kampftaktisch hoch entwickelt ist. Auch hier gilt es, eine Entspannung des Koshi-Bereichs mit einer genauen Kontrolle des Rumpfes zu verbinden.
Insgesamt führt unser Training zu sehr natürlichen Bewegungen, die fließender und geradliniger als in den meisten japanischen Stilen sind. Unnötige Muskelanspannungen und künstliche Atmung (die in manchen anderen Karatestilen gelehrt wird) werden vermieden. Es überrascht nicht, dass Shorin-Ryu auch noch im hohen Alter praktiziert wird, was auf Okinawa, der "Insel der Hundertjährigen", weit verbreitet ist.

Der „Verband“, der keiner ist



Kishaba Juku wird oft mit „Kishaba Akademie“ übersetzt, bedeutet sinngemäß aber lediglich den lockeren weltweiten Zusammenschluss einiger Dojos und einzelner Karateka mit dem Ziel Kishaba Karate zu erlernen. Im Kishaba Juku gibt es keinen Weltverband, keine Verbandsgebühren und keine verbindliche Prüfungsordnung. Der Fokus liegt allein auf dem Erlernen von technisch sehr anspruchsvollem Karate, wie es von Shinzato Sensei praktiziert und weiterentwickelt wird. Innerhalb des Kishaba Juku wird ein freundlicher Umgang gepflegt, der von Hilfsbereitschaft geprägt ist und dem Konkurrenzdenken fremd ist. Unser direkter Lehrer ist Borut Mauhler aus Ljubljana, einer der fortgeschrittensten Schüler von Shinzato Sensei. Mauhler Sensei praktiziert seit über 20 Jahren intensiv Kishaba Juku.


Kata

Kata, d.h. festgelegte Technikkombinationen gegen imaginäre Gegner, waren im traditionellen Karate die zentrale Trainingsmethode. Wir lehren die 18 Kata des Matsubayashi Ryu, wovon sieben aus dem (frühen) 20. Jahrhundert stammen und die restlichen historisch überliefert sind. Von zentraler Bedeutung für das Kishaba Juku sind die Naihanchi Kata. (Diese auf Japanisch Tekki genannten Kata führen im japanischen Karate oft ein Stiefmutterdasein.) Anhand der Naihanchi Kata kann die Körpermechanik erlernt und erfahren werden, die das Kishaba Juku so einzigartig macht.
Manche Kishaba Juku Dojo haben weder farbige Gürtel noch Prüfungen. Aus didaktischen Gründen haben wir jedoch Graduierungen, die es einfacher machen, den eigenen Fortschritt zu erkennen. Im Okinawa Köln ist es uns allerdings wichtig, die Übenden nicht in absolute Stufen einzuteilen und Hierarchien im Dojo zu vermeiden. Allen Mitgliedern wird bei der eigenen technischen und geistigen Weiterentwicklung geholfen.

Wir haben drei Grundstufen für Schüler (weiß, grün, braun) mit weiteren Unterteilungen, was insgesamt sieben Schülergrade (Kyu) ergibt. Es werden die folgenden Kata auf den entsprechenden Stufen geübt:

7. Kyu (weißer Gürtel), Kata: Fukyugata Ichi
6. Kyu (ein grüner Streifen), Kata: Naihanchi Shodan
5. Kyu (zwei grüne Streifen), Kata: Fukyugata Ni
4. Kyu (grüner Gürtel), Kata: Naihanchi Nidan, Pinan Shodan
3. Kyu (zwei braune Streifen), Kata: Pinan Nidan, Pinan Sandan
2. Kyu (brauner Gürtel), Kata: Pinan Yondan, Pinan Godan
1. Kyu (zwei schwarze Streifen), Kata: Wankan
Danträger (schwarzer Gürtel), Kata: Ananku, Wanshu, Rohai, Passai, Chinto, Gojushiho, Kusanku

Daneben gibt es bei bestimmten Kyu-Prüfungen Bruchtests. Zu jeder Prüfung wird ein kurzer Aufsatz verfasst.